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Jonas Monar  22.09.2017

Jonas Monar

Alle guten Dinge

Von der Kleinstadt in die Welt, von der aus dem VW-Bus quellenden Schülerband, bis auf die großen Bühnen. Diese Geschichte mag nicht neu sein, so wie bei dem Neu-Berliner und Exil-Mittelhessen Jonas Monar hat sie dann aber noch nie geklungen.

Hauptstadt

Irgendwo auf dem Bergmannstraßen-Kiez, also Kreuzberg, also Berlin. Ein bewegtes Stillleben des urbanen Zeitgeists. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll – zumindest bis zu dem Moment, in dem man auf diesen schmalen jungen Mann trifft. Dann ist plötzlich alles fokussiert. Auch ohne einen Ton Musik in dieser Story wäre es allein schon faszinierend, mit was für einer Ausstrahlung dieser junge Typ seine Umwelt überstrahlen kann. Sein Name ist Jonas Monar. Er kommt aus der mittelhessischen Provinz. Seine Musik auf der vibrierenden Kante zwischen Emotion und Radiohit.

Die Playlist

Der wirkliche Star sind allerdings seine eigenen Songs, Jonas schreibt sie vom Text her, was einigermaßen ungewöhnlich ist, gemeinhin beginnt alles mit der Musik. Doch dem Multi- Instrumentalisten passt es gerade so am besten, denn er weiß, wie wichtig die Worte, die Reime sind – besonders wenn man auf Deutsch textet. Die Sprache, die er dabei findet, ist frei von Unpässlichkeiten, vom Holpern, frei von diesen Kitsch-Passagen, die man sonst auch mal gnädig überhört. Nein, hier passt alles und erzählt dabei ganz leicht und selbstverständlich Storys, in denen man sich zuhause fühlt: „Und wenn du mich fragst, ob alles okay ist / zeig ich dir diesen einen Song in meiner Playlist“ („Playlist“). Jeder Song trifft Dich wie ein Flashback, Jonas‘ Texte fühlen sich so verdammt nah an. Denn wer kennt es nicht, dieses elektrische Gefühl, wenn man mit dem besten Freund aus der Reihe fällt und sich einen Dreck darum schert, was von einem erwartet wird? Bei Jonas wird in „Die Andern“ daraus: „Schweben in anderen Sphär‘n / als ob wir Aliens wär‘n / Niemand kann uns hierhin folgen“ beziehungsweise „Betrunken shoppen geh‘n, Bollywood- Streifen seh‘n“. Ein Freund, mit dem sowas selbstverständlich ist, hätte man gern, oder möchte es selbst sein. Man staunt über den Musiker hinter diesen Zeilen, schwankt zwischen Bewunderung und dem dringenden Willen, sich mit ihm auf ein bis zehn Bier in eine Kneipe zu setzen.

Dort könnte man dann auch mit ihm über die unterschiedlichen Gefühlsregungen reden, die dieses Debüt triggert. Euphorie, Trost, Melancholie - hier ist einfach so viel drin. In „Anfang“ zum Beispiel gibt Jonas einen intimen Einblick in den Kampf für eine Beziehung und gegen das Aufgeben: „Lass das ein Anfang für uns sein / Noch nicht auseinander geh’n / solange wir Hoffnung seh‘n“. Das Stück „Held“ hingegen ist ein Geschenk an alle Selbstzweifler, ein Lob an all die unsichtbaren Helden: „Wenn jeder Tag verflucht ist / doch du dir sagst ‚versuch es‘ / Immer kurz vor dem Sieg / ich kenne keinen außer dir / der nach ‘nem Sturz wieder fliegt.“

Pop

Diese Mischung aus Überschwang und Tiefgang findet ihre Entsprechung dann auch in der Musik, produziert von Pascal „Kalli“ Reinhardt und Tom Deininger (Klee). Man spürt den Pop- Appeal, es gibt keine Berührungsängste mit chartskompatiblen Momenten, allerdings lässt Jonas Melodien immer auch den Raum, um auszuufern. Hier stammt nichts vom Reißbrett, hier ist alles ganz nah bei sich. Das Ergebnis ist Pop von einem anderen Stern – das erklärt dann auch dieses Strahlen...


VVK: 20€ + Gebühren
AK: 24€

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